Kinopremiere "Klassentreffen" - 15.05.2008
Peter Brandstätters "Klassentreffen" feierte
am 15. Mai im Grazer Rechbauerkino seine mehr als gelungene Premiere.
Böse, wie das Leben selbst, so der Untertitel des 15-Minüters, in
dem Pauli (Gernot Rieger) nach zwei Jahrzehnten auf der Durchreise in seinem
Heimatdorf
landet, um
festzustellen, dass sich wenig geändert hat. Als er auf einen der Peiniger
(Siegfried Klinger) seiner Jugendzeit trifft, scheint sich die Geschichte
zu wiederholen. Doch diesmal gibt Pauli nicht klein bei - was sich nun
ändert, ändert sich nicht unbedingt zum Guten...
STUNT.AT brachte die Darsteller und den Regisseur
stilecht im Maxum
Hummer-Convoi zum Veranstaltungsort, wo sie bereits von rund
100 Premieren-Gästen
erwartetet wurden.
Um 19 Uhr öffneten sich die Pforten in den Kinosaal, wo das Publikum mit
zwei Vorfilmen - die Kieslinger/Klein-Produktion "Prisma", die sich mit
unterschiedlichen Arten der Wahrnehmung der Realität beschäftigt und Brandstätters
Vorgängerfilm "Tamara" - auf die eigentliche Premiere eingestimmt wurde.
Danach ließen es sich die Jungs von STUNT.AT nicht
nehmen, nochmals aufzumarschieren, um Peter Brandstätter zur "Geburt seines
neuen Babies", sein Werk symbolisch zu überreichen. Dann hieß es endlich
"Film ab!"
"Klassentreffen" nennt die zwei hervorstechenden Filme der
70er Jahre, die sich mit Gewaltmechanismen auseinandersetzen sein Vorbild.
Sam Peckinpahs
"straw dogs" ("Wer Gewalt sät"), in dem der junge
Dustin Hofmann einen friedfertigen Mathematiker spielt, der durch Ereignisse
so aus der Bahn
geworfen wird, dass er letztendlich in eine Rächerrolle fällt,
und John Boormans "Deliverance" ("Beim Sterben ist jeder
der erste"), der auslotete,
wie dünn die Linie zwischen Zivilisation und Barbarei sein kann.
Ganz so heftig wie in den Vorbildern geht es in "Klassentreffen" nicht
zu, dafür spielt er ein wenig mit den Klischees gängiger Terrorfilme
und setzt auf zynische Untertöne, die das Publikum letztendlich mit
einem Auflachen und kollektivem Aufatmen der Erleichterung aus den düsteren
Abgründen einer Schreckensnacht entlassen.
Mit großem Beifall wurde der Film vom Publikum aufgenommen, und nach
kurzer Diskussion ging die Veranstaltung schließlich in eine entspannte
Aftershow-Party
über, wo sich viel Gesprächsstoff und Zeit für weitere Diskussion ergab.
Weitere Informationen zum Film, Filmbilder, Trailer und die DVD finden
sich unter:
www.artrinity.net
Fotos: Herwig Baumgartner, Volker Kieslinger
Kurzbericht von ORF "Steiermark Heute" in der » Videogalerie
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